Burg Thurant (Übersicht)

Burg Thurant, ca. 1900-1920. Quelle: RBANr.76629
Burg Thurant, ca. 1900-1910. Quelle: RBA Nr.76629

Die Ruine der Burg Thurant (auch Thurandt) steht auf einem breiten Bergsporn aus Schiefer hoch über Alken, mit einem wunderbaren Blick auf die Mosel. Doch schon zu römischer Zeit war der Ort befestigt: So lassen Keramikfunde auf einen römischen Wachposten schließen.

Gebaut wurde die Burg an der heutigen Stelle um 1100 durch Pfalzgraf Heinrich (V.) der Ältere von Braunschweig aus dem Adelsgeschlecht der Welfen, um die Ansprüche seines Bruders, Kaiser Otto IV., im Moselgebiet zu sichern. Die Burg benannte er nach der Festung Thuron bei Tyros im heutigen Libanon, die er mit einem Heer während der Barbarossaschlacht im Dritten Kreuzzug vergeblich belagert hatte.

Nachdem Pfalzgraf Heinrich II. der Jüngere ohne männliche Nachkommen 1214 verstorben war, vergab Kaiser Friedrich II. die Burg und den Ort Alken als Reichslehen gemeinsam mit der Pfalz an die staufertreuen Wittelsbacher.

Durch ihre Lage im Trierer Land wurde Burg Thurant aber auch von den Kölner und Trierer Erzbischöfen beansprucht. 1216 gelang es Engelbert I. von Köln, die Anlage gewaltsam einzunehmen. Obwohl Papst Honorius III. gegen dieses Vorgehen protestierte, behauptete Engelbert seine Eroberung bis zu seinem Tod im November 1225, ehe die Burg in den Besitz der Pfalzgrafen bei Rhein zurückkehrte. Otto II. von Bayern setzte anschließend den Ritter Berlewin, genannt Zurn, als Burggrafen ein. Da sich Berlewin aber als Raubritter betätigte und von seiner Burg aus das Trierer Land überfiel, taten sich Arnold II. von Isenburg und Konrad von Hochstaden zusammen und belagerten die Burg ab 1246 in der sogenannten Großen Fehde. Zu dieser Zeit spielt auch die Sage vom "gewippten Ritter", der angeblich mit einem Katapult von der Burg "geschossen" worden ist. 1248 wurde die Anlage durch sie eingenommen und am 17. November des Jahres ein Sühnevertrag unterzeichnet, der heute noch erhalten ist und somit eines der ältesten deutschen Schriftstücke darstellt. In dem Dokument verzichtet die Kurpfalz auf die Burg Thurant und den dazugehörigen Ort Alken zugunsten der beiden Erzbistümer.

Die Erzbischöfe teilten die Anlage in eine Trierer und eine Kölner Hälfte, die durch eine Mauer voneinander getrennt und jeweils durch einen eigenen Burggrafen verwaltet wurden. Jede Hälfte verfügte über einen separaten Eingang, eigene Wohn- und Wirtschaftsgebäude und einen Bergfried, heute Trierer Turm und Kölner Turm genannt. Im 14. und 15. Jahrhundert dienten beide Burgteile nicht nur als Afterlehen, sondern auch als Pfandobjekt. Zu den Adelsgeschlechtern, die seit Beginn des 14. Jahrhunderts über Thurant geboten, zählten unter anderem die Familien von Schöneck, von Winningen, von Eltz und von der Reck. Seit 1495 waren die Herren von Wiltberg einer der Lehnsnehmer. Sie nutzten die bereits 1542 als baufällig bezeichnete Burg als Steinbruch, um sich in Alken das Wiltberg'sche Schloss, auch Wiltburg genannt, zu errichten.

Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs kamen 1689 weitere Zerstörungen durch französische Truppen hinzu und ließen die Anlage endgültig zu einer Ruine werden. Nur noch die beiden Bergfriede und ein Wohnhaus aus dem 16. Jahrhundert waren weitgehend unversehrt.

Erst Wiederaufbaumaßnahmen fanden am Ende des 19. Jahrhunderts statt, die durch Wilhelm Ewald in den Jahren 1906 bis 1913 forciert wurden (hierzu sehr fundiert der Aufsatz von Paul-Georg Custodis: Burg Thurant an der Mosel. Baumaßnahmen und Pläne zum Wiederaufbau im 19. und frühen 20. Jahrhundert).

Geheimrat Robert Allmers erwarb die Anlage 1911 und ließ einige ihrer Teile 1915/16 wieder aufbauen. Seit 1973 ist sie gemeinschaftlicher Privatbesitz der Familien Allmers und Wulf und kann gegen ein Eintrittsgeld besichtigt werden..

Eine kuriose Randnotiz ist die Funktion der Burg als Drehort eines Films, der unter dem Titel "Dirty Love Castle. Die supergeilen Raubritter" vertrieben wurde.

Die IHA bietet auch Führungen durch die Burg Thurant an. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

[Text basierend auf dem Wikipedia-Artikel zur Burg Thurant]



Quellen: