Alken

Das Malteserhaus in Alken

Eines der ältesten Gebäude Alkens ist das in der Oberstraße 25/27 gelegene, so genannte "Malteserhaus".
Ein im Boden der Einfahrt eingelassener Stein mit der Zahl 1093 weist wohl auf den Pfalzgrafen Heinrich II. von Laach hin, der in diesem Jahr das Kloster Maria Laach gründete und diesem Besitzungen in Alken vermachte.[1] Der Kern des Gebäudes scheint aber aus dem 13. Jahrhundert zu stammen. Neben dem langrechteckigen Kernbau ist ein Torbogen mit darüber liegendem Erkerzimmer erhalten. Der Torbau scheint aus der gleichen Bauperiode zu stammen wie das Hauptgebäude - die an beiden Gebäudeteilen herauskargenden auf Bogenfriesen liegenden Kamine weisen darauf hin. Der Fachwerkserker ist wohl neueren Datums.[2] Auf der Innenseite befindet sich ein mit einer Mauer umgebener Hof, an dessen Rückseite sich wohl Stallungen und Scheunen befunden haben werden. Im inneren Winkel zwischen Haupthaus und Torbau befindet sich eine offene Steinwendeltreppe die den Zugang zu den einzelnen Geschossen ermöglicht.
Die zur Oberstraße liegenden Fenster sind erst 1922 eingebaut worden, vorher gab es nur Schießscharten.[3] Wir haben es hier also mit einer kleinen Burg zu tun, was darauf hindeutet, dass das Gebäude deutlich vor Anlage der Stadtmauer errichtet wurde.

Zum ersten Mal wird 1220 ein nach seinem Wohnsitz benannter "Rudingero de Alkene" bzw. "Rudinger von Alken" in einer Urkunde fassbar, welche ihn als Zeuge zur Grenzlage zweier Mühlen in Boppard benennt.[4] Dementsprechend muss dieser Ritter in Alken Grundbesitz gehabt haben. Einer seiner Nachfahren soll - laut Schnee - "Thyss von Alken" gewesen sein, der 1392 zum Burgmann und Amtmann von Alken ernannt wurde.[5] Seit wann die Ritter von Alken hier sesshaft waren und woher sie stammen liegt bisher im Dunkeln. Das Rittergeschlecht war bis Ende des 15. Jahrhunderts in Alken ansässig: ihr Wohnsitz war wohl das heutige Malteserhaus.[6]

In der Alkener Chronik wird die Funktion des Malteserhauses als Hospital zur Kranken- und Armenpflege erwähnt. Diese Hospitäler wurden u.a. von dem einstigen Ritterorden der Malteser betrieben, woraus sich der Name "Malteserhaus" erklären könnte.[7]
1916 wurde das Haus von der Familie Wolf erworben, in deren Besitz es sich - mit kurzen Unterbrechungen - noch heute befindet. Ungefähr 1927 wurde in dem Gebäude eine Fremdenpension eingerichtet, die ca. 20 Jahre bestand.[8]

In den Jahren 1995/96 wurde das Gebäude umfassend renoviert und restauriert. Seitdem schmückt auch das Wappen der "Thyss von Alken" das Gebäude.[9]


Anmerkungen:
[1] Vgl. Bertram Resmini: Die Benediktinerabtei Laach (Das Erzbistum Trier, Bd 7; Germania Sacra. Neue Folge 31: Die Bistümer der Kirchenprovinz Trier). Berlin u.a. 1993, S.273f. Vgl. auch Michael Spitz: Der Laacher Hof, auf: www.historisches-alken.de/alken/44-geschichte-alken/135-laacher-hof.
[2] Im "Nachrichtlichen Verzeichnis der Kulturdenkmäler: Kreis Mayen-Koblenz", hrsg. von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Koblenz 2013, S.3 <http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Mayen-Koblenz.pdf> wird als Baudatum des Gebäudes "15./16. Jahrhundert" angegeben.
[3] Vgl. Josef Schnee: Chronik von Alken / Mosel. Alken 2003, S.69.
[4] Vgl. Wilhelm Arnold Günther: Codex Diplomaticus Rheno-Mosellanus. Urkunden-Sammlung zur Geschichte der Rhein- und Mosellande, der Nahe- und Ahrgegend, und des Hundsrückens, des Meinfeldes und der Eifel. II. Theil. Urkunden des XIII. Jahrhunderts. Koblenz 1823, S.143 <www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10019319-0>. Auch Adam Goerz: Mittelrheinische Regesten, Teil 2 1152-1237. Koblenz 1879, S.408f. <http://archive.org/details/mittelrheinische02goer> [Abruf 18.2.2013].
[5] Vgl. Schnee (wie Anm.3), S.67.
[6] Ebda.
[7] Ebda. Zur Geschichte des Malterordens vgl. www.malteser.de/ueber-die-malteser/geistig-religioese-grundlagen/geschichte-des-malteserordens.html [Abruf 18.2.2013].
[8] Vgl. Schnee (wie Anm.3), S.70f.
[9] Vgl. Rolf Zobel: Wappen an Mittelrhein und Mosel. Norderstedt 2009, Tafel 5 <http://books.google.de/books?isbn=3837052923> [Abruf 18.2.2013].

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