Geschichte

Der Name Alken soll sich vom keltischen "Olk" (="Haus mit umzäunten Garten") bzw. dem Namen eines römischen Legionärs namens "Alcena" herleiten (Chronik von Alken, S.22). Tatsächlich wurde die Gegend ca. 450 v.Chr. vom keltischen Stamm der Treverer besiedelt und nach der Eroberung durch Julius Cäsar 53 v.Chr. sind auch römische Spuren nachweisbar. Leider wurden einige dieser Spuren durch die Zeitläufe, bisweilen durch einfache Unachtsamkeit vernichtet: So wurde ein Stein mit römischer Inschrift bei Verbreiterung der Bundesstraße 49 im Jahr 1958 durch eine Sprengung zerstört.

Alken wurde bereits im Jahr 940 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte bis ins 13. Jahrhundert zur Pfalzgrafschaft. Um 1200 erbaute Pfalzgraf Heinrich (V.) der Ältere von Braunschweig zur Sicherung des Gebietes die Burg Thurant. In der Folgezeit kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit den Kurfürsten und Erzbischöfen von Köln und Trier. Höhepunkt der Ereignisse war eine langwährende Belagerung der Burg Thurant, die schließlich 1248 zur Übergabe durch den Pfalzgrafen an die beiden Erzbischöfe führte.

Ca. 1330 wurde Alken unter dem Erzbischof Balduin von Trier befestigt, [1] In einer Urkunde vom 3. April 1331 wurde Alken zwar als "opidum Alkene", als "Stadt Alken" bezeichnet [2] und auch in einem Sammelprivileg vom 23. August 1332 wird Alken als einer der Orte benannt, für das "Frankfurter Rechte" gelte, doch ist es offenbar nicht zu einer formellen Verleihung von Stadtrechten gekommen.

Karte des Erzbistums Köln von 1645 (Ausschnitt)
Karte des Erzbistums Köln 1645 mit der Stadt Alken (Ausschnitt).
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Blaeu_1645_-_Coloniensis_Archiepiscopatus.jpg

Die Burg und die dazugehörigen Dörfer Alken mit dem Hof Wildenbungert, Oberfell mit Bleidenbergerhof und Kattenes (=Amt Alken) wurden zwischen Kurtrier und Kurköln geteilt; Gemeinde und Amt Alken standen bis zum Ende des alten Reiches unter der gemeinsamen Herrschaft der Erzbistümer Kurköln und Kurtrier, d.h. auch Landeshoheit, Mittel- und Hochgerichtsbarkeit standen Kurköln und Kurtrier gemeinschaftlich zu und wurden durch gemeinsame Beamte versehen. Der kurkölner Anteil wurde in der Folgezeit mehrfach verpfändet und ging 1647 endgültig in den Besitz der Familie von Scheiffardt gen. Weisweiler über [3].
Nach der französischen Besetzung gehörte Alken 1798 zum Kanton Boppard und 1800 zur "Mairie" Niederfell im Arrondissement Koblenz (Munizipalrat: Herr May; "Localist": Schmitz, Schullehrer: Martini) [4].
Nach der Niederlage Frankreichs gegen die Alliierten in den so genannten "Befreiuungskriegen" 1813/15 kam Alken zum Königreich Preußen und gehörte 1816 zur Bürgermeisterei Niederfell, ein Jahr später zur Bürgermeisterei Brodenbach.
In preußischer Zeit stieg die Bevölkerungszahl des Ortes deutlich an:

Bevölkerung von 1815 bis 1987 (*):

1815 1835 1871 1905 1939 1950 1961 1970 19872010
358
468
517
474
522
643
589
690
673
656

(*) Ab 1871 Ergebnisse von Volkszählungen.
Quelle: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz

Im Zweiten Weltkrieg fanden noch im März 1945 heftige Kämpfe zwischen amerikanischen Soldaten und deutschen Truppen der 6. SS-Gebirgsdivision Nord statt, bei denen es neben vielen Opfern auf beiden Seiten auch Schäden an der "neuen" Pfarrkirche und am zerstörten Herrenhaus der Burg Thurant in Alken gab.

1969 wurde Alken der Verbandsgemeinde Brodenbach im Landkreis Koblenz zugeordnet, kam jedoch bereits ein Jahr später zur Verbandsgemeinde Untermosel im Landkreis Mayen-Koblenz. Im Jahr 1970 erreichte Alken mit 690 Einwohnern den höchsten Einwohnerstand in seiner Geschichte (s. Tabelle oben).

Mit den gleichnamigen Orten Alken in Belgien (Provinz Limburg; Patentschaftsvertrag vom 19. September 1981) und Dänemark bestehen Patenschaften.

 


Nachweise:

[1] Schaus, Emil: Stadtrechtsorte und Flecken im Regierungsbezirk Koblenz: Die Kreise Koblenz, Kochem, Mayen, St.Goar und Zell, in: Zeitschrift für Rheinische Heimatpflege, Jg. 8 (1936), Heft 4 S.561-590, hier S.561. - Emil Schaus: Die Stadtrechtsverleihungen im Sammelprivileg für das Erzstift Trier von 1332, S.15-30, hier S.21, Fussnote 74, zit. nach Roland Geiger (Hrsg): Erhielt St. Wendel 1332 Stadtrechte? St. Wendel 2007. - Eine ausführlichere Untersuchung ist derzeit in Vorbereitung!
[2] Urkunde Landeshauptarchiv Koblenz, Best. 1C Nr.3, Stück 826, zit. nach: Dietmar Flach: Stadtrecht und Landesherrschaft in Kurtrier unter Erzbischof Balduin, S.317-340, hier S.334, in: Balduin von Luxemburg. Festschrift aus Anlaß des 700. Geburtsjahres / hrsg. von Franz-Josef Heyen. Mainz 1985.
[3] Elmar Rettinger: Historisches Ortslexikon Rheinland-Pfalz, Band 2. ALKEN Gem. (VG Untermosel, Ldkr. Mayen-Koblenz)  (www.regionalgeschichte.net/fileadmin/Superportal/Bibliothek/sammlungen/Ortslexikon/AlkenHOL.pdf, S.2).
[4] Handbuch für die Landleute vom Rhein- und Mosel-Departement. Für das Jahr 1808. Koblenz, Prefektur-Buchdruckerey (www.dilibri.de/rlb/periodical/pageview/95313)


Quellen / Literatur: